Michi Altinger & Band

Wenn BLÖD: dann GSCHEIT!

Kabarettistsiche Vergangenheitsbewältigung
2. bis 6.11.1999
unterhaus in unterhaus


Wie ein wildgewordener Handfeger stürmt der Altinger rein. Mit Riesen-Plaste-Ohren. Wie der letzte Depp soll er sich fühlen, erfahren wir, Auflage seines Selbsterfahrungsseminars. Und ratzfatz nimmt uns der niederbayerische Lausbub mit auf seinen Horrortrip durch die Traumata der Pubertät und Jugend. Ein Langzeitgedächtnis macht Tabularasa und quält ihn mit Peinlichkeiten. Da taucht auch schon das sexy "Massel-Schört" auf, das Michi auf seinem ersten Heavy-Metal-Konzert anhatte. "Massel-Schört und Stimmbruch sind superscheiße." Rosige Erinnerungen an erste, zarte Liebeserlebnisse (mit oder ohne Küssen) werden wach. Die erste große Lebenskrise: Der Abstieg des Fußballvereins in die C- Klasse. Als dann Mama auch noch die Tempos unter'm Bett findet und die komischen Zeitschriften in den Plattenhüllen...
In einem höllischen kabarettistischen Kraftakt kann sich Michi Altinger ins "Hier und Jetzt" rüberretten. Dabei kratzt der scheinbar harmlose Passauer Scharfrichterpreisträger '96 rotzfrech an allen Tabus und schlachtet jede Menge heilige Kühe. Das ist komisches Kabarett gespickt mit beißender Selbstironie. Dazwischen gibt's Songs, mal nachdenklich, mal sauspaßig. Für die guten Töne und fetzigen Grooves sorgt die "Band" Martin Julius Faber, der heuer sogar was sagen darf! "Die Einsichten in die Aussichten unserer Gesellschaft führen bei Altinger & Band (...) geradewegs zur selbstironischen Innenbesichtigung. Ein bayerischer Losertyp agiert mit Charme und Trotz, kann so grob wie zart sein - und ist letztlich der Gewinner in einer Welt, die sich selbst belügt. Altinger und Band (...) denken quer, grübeln und fühlen teuflisch genau nach: Eine Nabelschau, die Wunden zeigt, aber dabei Lust auf Leben macht." (Jurybegründung zum Kleinkunst-Cup 1999)