Ausstellungsdauer bis 5.März 2000

Adresse: Marienburger Str. 34 87600 Kaufbeuren
Telefon: 08341/100681
e-mail: peter.ernszt@advance-bank.de
Geburtsdatum: 14. November 1954
Familienstand: verheiratet Kinder: 2 Töchter (19 u. 21 Jahre)
Beruf: Bankkaufmann
Mitglied: DVF (Deuter Verband für Fotografie)
Fotoclub Fotofreunde Wiggensbach
IIWF (Interessengemeinschaft Internationaler Wettbewerbsfotografen)
Auszeichnungen: 1997 Aufnahme in die "Ehrenloge Deutscher Amateurfotograften (ELDAF)
div. Erfolge bei nationalen und internationalen Fotowettbewerben im In- u. Ausland

Jeder Besucher ist sofort fasziniert über die für uns ungewohnte Art, den Karneval zu
feiern. "Il Carnevale di Venezia" ist in jedem Fall ein großartiges Erlebnis.
Für romantische Naturen (und erst recht für Fotografen) ist es eines der schönsten und
farbenprächtigsten Feste, die die Welt um diese Jahreszeit zu bieten hat. Dafür bürgt
schon der historische Rahmen zwischen Rialto und San Mareco mit den nicht wegzudenkenden,
für Venedig typischen, Gondeln.
Jeder, der das stille Vergnügen liebt, sich an Prunk, Pracht, Eleganz und Lebensfreude
erfreuen kann, wird es nicht bereuen durch die schmalen Gassen zu wandeln und dem Treiben
rund um den Markusplatz zuzusehen. Die Masken, die durch dunkle Gassen und über
Kanalbrücken huschen, wirken wie geheimnisvolle Boten aus einer längst vergangenen Zeit.
Der Karneval in Venedig ist leise, das Spektakel geht sozusagen auf Zehenspitzen - ohne
Pauken und Trompeten. Casanova, Harlekin und Narr, Rosaura und Columbiene, Sonne und Mond,
Feuer und Wasser, einzeln meist nur, Paare manchmal, seltener sind Gruppen. Kein Lachen,
nicht einmal ein Lächeln, kein Wort kommt über die Lippen. Die Masken sind
undurchschaubar und bleiben stumm. Begegnungen, flüchtige Augenblicke, niemand weiß wer
dahintersteckt. Einfach faszinierend, hier bleibt viel Spielraum für die eigene
Phantasie.

Leider ist jedoch zu beobachten, daß auch hier in den letzten Jahren immer mehr der
Kommerz Einzug gehalten hat. Wenn man plötzlich verkleidete Swatch-Uhren oder
Mobiltelefone zwischen den historischen Masken wandeln sieht, kann einem die Illusion sehr
schnell geraubt werden. Die Industrie hat den Karneval in Venedig für sich entdeckt und
macht immer mehr ein riesen Werbespektakel daraus. Das ist zwar sehr schade, aber durchaus
nicht verwunderlich, ist doch der Besucherandrang an den Wochenenden oft so groß, daß
manchmal später ankommende Besucher nicht mehr nach Venedig hineingelassen werden, da
sich bereits hunderttausende Touristen in der völlig überfüllten Lagunenstadt tummeln.

Ich habe versucht, diese eigenartige, mich faszinierende Stimmung, in meinen Bildern einzufangen. Damit dies auch gelingt, war es für mich wichtig, störendes Umfeld wegzulassen und die Masken entweder vor neutralem Hintergrund freizustellen, oder sie aber in die historische Umgebung Venedigs mit zu integrieren. Dies war nicht immer einfach, vor allem eben, wegen dieser riesigen Menschenmengen, welche sich auf dem Markuspltz und Umgebung tummelten. Eine gehörige Portion durchsetzungsvermögen sowie ein geschulter, fotografischer Blick waren mir dabei sehr behilflich.