MISTCAPALA


Samstag, 1. April 20 Uhr

MISTCAPALA

Ein satirisches Musikspektakel

Da wird gedrückt, geblasen, gequetscht, gezupft: Auf 96 Tasten, 45 Löchern, 28 Ventilen und genau 288 Saiten, kurzum auf allem, was sich Musikinstrument nennt und nicht in einen Verstärker eingestöpselt werden muss. Da wird gesungen, was das Zeug hält, denn sie singen gern, in Hochform sogar vierstimmig. Armin Federl, Vitus Fichtl, Tom Hake und Dino Walter verstehen sich hervorragend - zumindest meistens. Mistcapala: Poetisch, feinsinnig, witzig, sprühende Lebensfreude, überschäumende Pressekritiken: So schwärmt beispielsweise die Bukarester Rundschau: "Ti poki sam tuz ek falastra pilo edetku a Mistcapala miserabilik." Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Mistcapala "Die Hoffnung der Nation"

Ein UUFO ist da im Anflug. Ein unheimlich unterhaltsames Fun-Objekt. An Bord vier satire- und gesangsfreudige Herren, Dudelsäcke, Harfe, Akkordeon, Drehleier, Hackbrett, Alphorn und sprühende Lebensfreude! Mit Ihrem Anarcho-Virtuos -A Capella- Musikalienmix läßt die vierköpfige Besatzung des UUFO's an jedem Ort ihres Erscheinens, trotz Disco-Pop und Yuppie-Pack, den Knüppel aus dem Dudelsack. Armin Federl, Rudolf Fichtl, Tom Hake und Dino Walter erhielten den Tollwood-Preis und den Kulturpreis der Stadt Landsberg.

Mistcapala über sich selbst:

Wir sind Gesprächsstoff ! Wie dieses von uns zufällig mitgeschnittene Interview mit Musikwissenschaftler Prof. Dr. Hans-Jürgen Baldauf in der Radiosendung "Mit Engelszungen und Harfenklang" beweist:

Moderatorin: Herr Professor Baldauf, Sie haben gerade einem Konzert der Gruppe "Mistcapala" beigewohnt und wirken sehr erregt. Hat Sie das eben Dargebotene derart begeistert?

Prof. Baldauf: Ganz im Gegenteil! Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, jemals eine solche Anhäufung von eklatanten Stilbrüchen in so kurzer Zeit erlebt zu haben. Drehleier und Flügelhorn. Das ist doch wie Hamburger in Burgundersoße! Und wenn ich dann noch an diesen penetrant transpirierenden Akkordeonisten denke. Der Mann hatte das ganze Konzert über den Hosenladen offen! Nein, danke.

Moderatorin: Dem Publikum scheint es aber gefallen zu haben, immerhin wurden mehrere Zugaben gefordert und zudem...

Prof. Baldauf: Hören Sie mit dem Publikum auf. Was weiß das Publikum schon von authentischer Vortragsweise, von der Auseinandersetzung mit historischen Quellen, von den vielen bemerkenswerten Notationen, die speziell in den letzten Jahrhunderten gerade für das Genre der Borduninstrumente geschrieben wurden, ich denke hier beispielsweise an Leopold Mozart oder an "Amazing Grace". Das ist Dudelsackmusik!

Moderatorin: Übersehen Sie hierbei nicht, daß die vier von "Mistcapla" gerade überwiegend eigene, bisher nicht gehörte Melodien mit frechen, zeitgemäßen Texten zum Besten gegeben haben.

Prof. Baldauf: Im Grunde besagt das gar nichts. Jeder Kamelfurz ist "bisher nicht gehört" und "zeitgemäß". Im übrigen bin ich der Anschauung, daß gerade junge Musiker sich vielmehr an Altüberliefertem orientieren sollten. Heutzutage glaubt doch jeder Bankkaufmann, er wäre zu kreativem Schaffen berufen.

Moderatiorin: Liegt ihrer ablehnenden Haltung vielleicht auch zu Grunde, daß Sie sich zum Teil durch die "Mistcapla" -Texte persönlich angegriffen fühlen, wenn es da zum Beispiel heißt: "Der fetten Schrulle platzt das Mieder, ihr blaßer Mann kotzt auf den Frack, denn heute lassen ein mal wieder den Knüppel aus dem Dudelsack" ?

Prof. Baldauf: Wissen Sie, diese Grünschnäbel können mir nicht an den Karren fahren. Ein so undifferenzierter Rundumschlag ringt mir nur ein müdes Lächeln ab. Ich habe seinerzeit beim deutschen Besuch der englischen Königin " Ihrer Majestät" persönlich ein Klavierkonzert gegeben. Diese Ehre wird nicht jedem zu Teilt. Insofern kann ich die Unzufriedenheit in bestimmten Musikerkreisen schon verstehen, das gipfelt dann in solch emotionalen Außerungen. Schon allein der Aufzug , in dem sich diese "Mist-Kappele" präsentiert. Damit wäre sie seinerzeit nicht einmal als Parkplatz-Einweisertruppe für die drei Königin in Betracht genommen.

Moderatorin: Also ich persönlich habe den Auftritt heute Abend als sehr unkonventionell empfunden - das war doch nicht so steif, wie man es häufig erlebt?

Prof. Baldauf: Wenn Sie damit den belämmerten Gesichtsausdruck des Hornisten und das infantile Gebaren der drei anderen Chaoten auf der Bühne meinen, haben Sie Recht.

Moderatorin: Herr Professor, vielen Dank für das Gespräch.

Prof. Baldauf: Dreckspack.

 

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