LARS REICHOW
Tusch , der King kommt
Tusch! Für den Entertainer und
letztjährigen
Kleinkunstpreisgewinner, "der das Abenteuerliche und Märchenhafte
des Gewöhnlichen auf Schreibmaschine und Klavier abtastet. Klug
und
naiv, melancholisch und heiter steigert er seine Geschichten von
verspielter
Ironie zum kabarettistischen Fortissimo." Tusch: Zugleich Lars
Reichows
5. Programm! Diesmal spinnt der Karikaturist der ganz normalen
Alltäglichkeiten
den thematischen Faden seiner musikalischen "Dramen" von der
Aufrichtung
der Menschheit bis hin zum Niedergang im öden Single-Dasein.
Seine
Phantasie kennt keine Grenzen. Bei den humorgeladenen Kabarett-
Balladen
und hitverdächtigen Komik-Chansons bleibt wieder kein Auge
trocken.
Reichow sprüht vor Witz. Und immer wieder fragt man sich
erstaunt,
wo dieser Mann nur diese absurden Ideen hernimmt. Tusch: Die kluge
Erfindung
des Donnerbalkens endet beim Rendezvous eines spießigen Herrn,
Standort:
zwischen Sideboard und Ledercouch. Die Eheleute Benno und Wally haben
Zoff
- ausrechnet, wenn Derrick kommt. Oder das ökologische Quartett
bespricht
und bechert: "Hopp, hopp, hopp, Schoppe in de Kopp! - Der Vorhang
fällt
und alle Flaschen offen." Wenn Klaviator Reichow sich über die
Tastatur
hermacht, mit Ellenbogen oder flacher Hand die Tasten bearbeitet, dazu
noch mit zungenbrecherischer Geschwindigkeit singt, geraten die
Einbildungskraft
und Zwerchfelle seiner Fans ins Trudeln, nach seiner sensiblen Mainz-
Hymne
sind auch die letzten überzeugt vom unnachahmlichen Charme der
Landeshauptstadt.
Und das Piano - gestreichelt und verdroschen - macht guten Klang zum
munteren
Spiel. Dreifacher Tusch!
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UPDATE VOM 13.8.1999 von KM