Sonntag 8. Juli 20 Uhr

Dr.
Georg Ringsgwandl machte als "singender Oberarzt" von sich reden, man
kennt ihn als Songpoeten, Autor und messerscharfen Kritiker unserer
Gesellschaft. Geboren 1948 in Staufenbrück (Staffabruck) bei Bad Reichenhall,
lernte als Kind Zitherspielen und trat bei Kaffeekränzchen des benachbarten
Konsumladens auf; spielte später in einer Dixie-Band die Posaune. Als 18jähriger
erkrankte er an Lungenschwindsucht, welche ihn fast dahinraffte, übte im
Sanatorium Gitarre und schrieb Songs. Dann Studium der Medizin, er wurde
Assistenzarzt am Münchener Klinikum Großhadern und lebte einige Zeit in
Amerika. Zuletzt Oberarzt und Kardiologe am Klinikum Garmisch-Partenkirchen.
„Ein Punk-Qualtinger, ein Valentin des Rock’n’Roll, ein bayerisches Genie.
Ein Mann wie ein Leuchtturm, Geheimtip der Verirrten. Der Oberarzt als Punk,
verhauter Rock'n 'Roller und intellektueller Robin Hood.“ (Die Zeit)
Sein
Album Gache Wurzn, was annähernd mit steile Wurzel übersetzt werden könnte,
hat Georg Ringsgwandl in einer Münchner Wohnküche eingespielt. Begleitet haben
ihn Nick Woodland, einer der besten in Deutschland lebenden Bluesgitarristen,
Tak am Bass und Skip am Schlagzeug, und herausgekommen ist dabei ein feines,
eher leises und mit hintergründigem Witz gespicktes Liederalbum im Stil seiner
1993 erschienen LP Staffabruck. Ringsgwandl erzählt schwarzhumorige Kleinbürgergeschichten
über das alltägliche Scheitern und die Tücken des Schicksals. Zu lässigem
Country-Rock und Folk-Blues in der Tradition großer Songwriter wie Bob Dylan,
Neil Young und J.J. Cale sinniert das bayerische Urgestein über Gefühls- und
Wetterlaunen, den "Unscheinbaren Verkaufsvertreter" und die kleinen
Fluchten und wartet im "Brucknwirt" mit einer deftigen Bürokraten-Moritat
auf. Vom bösen Mief, der in Vorstadtgärtern lauert, berichtet er im
"Garten-Nazi", und aus der alten Chuck-Berry-Nummer "You Never
Can Tell" wird bei ihm die lakonische Lebensweisheit "C'est La
Vie". Wir erkennen uns selbst und sind betroffen.
Eintritt: 33.- DM +VVKG