IRSEER KABARETT- & KLEINKUNSTTAGE 2001


Montag 9.Juli 20 Uhr

GIESINGER SAUTREIBER 

Saumäßiges Musik- Kabarett

 

Die "Giesinger Sautreiber" sind nicht in einem Münchner Vorort ausgebildete Stallknechte, sondern ein hochmusikalisches Kabarett-Quartett aus der Bayernmetropole, das es versteht, sein Publikum mitzureissen. Ländlich bayerische Klischees sind der liebste Mist auf ihrer spitzen Heugabel, mit der sich so herrlich im gehärteten Dung wurschteln lässt, auf daß der Gestank und die Fäulnis ein wenig ans Tageslicht gefördert werde. Wirklich wegräumen lässt sich das Zeugs eh nicht, also macht man sich wenigstens darüber lustig.

Sie lassen die sorgsam gepflegte Haßliebe zwischen Bayern und (Sau-)Preußen kräftig zur Saaldecke stinken, Phänomene wie Almenromantik, Münchner Wiesenseligkeit, aber auch die Großstadt selbst und ihre zwischenmenschlichen Konflikte bekommen deftiges Schmalz ab.

Geschickt beziehen sie das Publikum in ihre peppige Hatz ein, proben Zungenbrecher als Alkotest, lassen es mitschunkeln oder -turnen zum "Hopstradio". Dabei beweisen sie enormes kommödiantisches Geschick und sind nicht nur oberflächliche Gaudimaxe, sondern musizieren in einer stilistischen Vielfalt, daß es eine Freude ist. Die Polka kokkettiert mit dem Tango, der Walzer treibt es mit dem Blues und Cajun darf sehr wohl einen alpenländischen Einschlag haben. Couragiert, aber wohldosiert werden die unterschiedlichsten Ausdrucksformen untereinandergemengt und in witziger Weise intoniert.

Basis sind dabei die gehaltvoll frechen, hinterfotzig humorvollen Texte des Sängers und Gitarristen Rainer Berauer, der neben eigenen Kompositionen auch ganz bezaubernde Übersetzungen von Welthits ins Bayerische schreibt. Da reimt "Macarena" sich auf "Suppenhenna", aus "Guantanamera" wird kurzerhand ein "g'wamperter Neger". Für Schmiß sorgt Multi-Instrumentalist Hans G. Rumpel an Stimme, Schlagwerk, Akkordeon, Gitarre und was immer sonst an Musikalien in seine Finger gerät. Legendär und von Stenzen gefürchtet sind seine Schlagzeugsoli quer durch den Saal. Insider behaupten, er könne selbst einer Gartenharke noch Melodien entlocken.

Rosl Zupfinger, solide groovende, weibliche Kontrabasshupe mit exorbitanter Mimik, löst ihrerseits mit furiosen Steptanz-Einlagen regelmäßig Begeisterungsstürme aus.

Melodisch und programmatisch zur Speckwindel(Lederhosen)-Fraktion abgerundet, wird das Ensemble durch den im Frack auftretenden Deubelsgeiger und Sänger Fidelius Deubel, der als "Berliner Jemsenjäger" oder Jean Jaques Würmbadeur beim "Frühling in Paris" sein schauspielerisch-komisches Talent beweist.

Eintritt: 30.-DM +VVKG


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