Ausstellung : Reisezeichnungen
Eröffnung
am
Sonntag, den 12. März 2000 um 17:00 Uhr
Dauer : 12.03. 30.04.2000
Auszug aus dem I`SCHER BLÄTTLE Februar 2000:
Peter Zeiler |
Peter Zeiler, freischaffender Künstler, nahezu jedem
Irseer Bürger und Bürgerin bekannt, zumindest als Schöpfer unseres schönen Maibaums
bzw. Maibautafeln, wird in Kürze 70 Jahre alt, kein Alter für einen so kreativen
Menschen, wie ich meine. Es war keine leichte unbeschwerte Jugendzeit, die Peter Zeiler erleben durfte. Anfänglich relativ unbeschwert, der Vater arbeitete als Angestellter der Molkereizeitung, die Wohnung befand sich in einem großem Mietshaus einer Gärtnerei in Kempten, spielen mit anderen Kindern - aber dann traten doch einige einschneidende Veränderungen ein. Bald trat mein
Vater der SA bei und in Stiefeln in der Wohnung auf. Von nun an durfte ich nicht mehr auf
seinem Schoß sitzen und seine Haare kämmen, was mir so großen Spass gemacht hatte. Ich
wurde ängstlich und scheu. Zudem zog meine heissgeliebte und 10 Jahre ältere Schwester
Annemarie plötzlich von zu Hause aus... Aber es kam schlimmer, Umzug in ein Siedlungshaus am Rande Kemptens. Mit den Kindern der hier überwiegend wohnenden einfachen Arbeitern, gescherten Familien wie seine Mutter zu sagen pflegte, durfte er und sein 1 Jahr jüngerer Bruder Thomas nicht spielen nicht spielen Schlimm wurden für mich die ersten Schuljahre. Rasch wurde ich von einer Gruppe von Mitschülern und den aggressiven Lehrern verfolgt und schikaniert....Eines Tages mußte ich zu hause eine Strafe auf ein Blatt schreiben: 10x ´Ich darf in der Schule nicht schwätzen´ und (am nächsten Tag), vom Vater unterschrieben, abzuliefern. Da ich aber nicht wagte, diesen um seine Unterschrift zu bitten, spielte ich ihm ein Kasperletheater vor, indem der Teufel von meinem Vater seine Unterschrift auf einem leeren Zettel verlangte, über die ich danach die Sätze schrieb. 1938 schließlich erkannte seine Mutter seine zeichnerische Begabung, anfänglich wurden Kunstkarten der Klosterschwestern Hummel abgezeichnet, später aber exakt nach der Natur gearbeitet. Von da ab wurde ich als zukünftiger Künstler anerkannt und bekam einen besseren Platz in der Familie. 1944 sollte Peter Zeiler bei Kunstmaler Franz Weiß in die Lehre geschickt werden, mußte aber mangels freien Platzes noch einige Warteschleifen bei einem Anstreicher-Meister einlegen und anschließend als Helfer auf einem Bauernhof sein Brot verdienen, bis er endlich nach dem Krieg die begehrte Lehre als Kunstmaler antreten konnte. Hier durfte er nun alles lernen, was dem Handwerk des Künstler förderlich ist, u.a. grundieren, malen, vergolden, aquarellieren und schnitzen. 1948 schloß er seine Lehre mit ausgezeichnet ab und arbeitete in der Folge als Dekormaler und später als Schaufensterdekorateur, bis er im Jahre 1950 die Aufnahmeprüfung zur Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Oberberger ablegte und zu seiner Verwunderung auf Anhieb bestand. Im Sommer 1950 begann er mit dem Studium. Während des Studiums übernahm er Aufträge wie z.B. Herstellung Gipsfiguren für die Fassade des Hofbräuhaus-Zeltes auf dem Oktoberfest oder Faschingsdekorationen im Haus der Kunst in München, die Feste , in denen ich auch meine spätere Frau Felicitas kennenlernte, genoß ich sehr. Lebenslauf in Stichpunkten: Geb. 1930 in Heiligkreuz bei Kempten Eltern: August und Julia Zeiler Geschwister: Annemarie, Thomas und
Stiefbrüder Ludwig und Richard 1950-1956 Kunststudium an der Akademie
der Bildenden Kunst in München 1955 Tod des Vaters und seines Bruders
Thomas 1958 Eröffnung eines privaten Studios
in München 1963-65 eineinhalb Jahre Aufenthalt in
Kreta Heirat mit seiner Frau Felicitas und Geburt seiner Tochter Jo 1966 Geburt seines Sohnes Florian 1967-1976 Lehrer an der staatl.
Berufschule für Holzbildhauer in Oberammergau 1978-1982 Ausbildung in Kunsttherapie Dezember 1979 Einzug in das Haus
Eichenweg 1 in Irsee 1982 lebensbedrohender Unfall 1980-1986 Lehrbeauftragter an der
Akademie der bildenden Künste München seit 1987 Spezialgebiet Kaltradierung Die weitere Geschichte des Peter Zeiler ist uns aus vielen anderen Quellen besser bekannt, deshalb beschränke ich mich in diesem Artikel auf seine frühen Jahre, die wie ich glaube nur wenigen bekannt sind. Toni Schmida |
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