
DECKENGEMÄLDE
Die Deckengemälde im Hauptraum stammen von dem Irseer Konventualen Fr.Magnus Remy (ausgenommen das Gottvater-Bild über dem Hochaltar, 1890 von Pfarrer Alois Stückle erneuert); sie sind teilweise signiert - »F[rater] Magno Remy P[rofessus] U[rsinensis] fecit« bzw. »pinx[it]« - und 1702 bzw. 1703 datiert. Damit kann Irsee (gefolgt von Holzen, 1704 ff.) den frühesten Deckengemäldezyklus Schwabens vorweisen. Die Ausführung aber - auf Leinwand gemalte und auf Holzrahmen gezogene Ölbilder - entspricht nicht ganz der Zeit aufblühender Freskomalerei.
Insgesamt acht Bilder reihen sich im Scheitel der Gewölbe aneinander, durch den Wechsel in Größe und Form entsteht jedoch ein Rhythmus, der die Deckenzone auflockert. Da der Folge die Benediktinerfassung des »Te Deum« zugrundeliegt, sollten die Bilder in Ost-West-Richtung gelesen werden, beginnend in der Apsiskalotte über dem Hochaltar. Der himmlischen Hierarchie folgend steht am Anfang der »laudatio dei« das Gottvater-Bild. Im Presbyterium schließen sich zwei querovale Felder mit Cherubim und Seraphim sowie mit musizierenden Engeln an. Es folgen im 5. (Querhaus-) Joch: die Apostel mit den Hll. Petrus und Paulus, den Nebenpatronen der Kirche, in Anbetung der himmlischen Glorie; im 4. Joch: Verklärung des Hl. Benedikt mit Heiligen des Benediktinerordens; im 3. Joch: die Chöre der Märtyrer, vornehmlich Eugenius, Faustus und Candidus, deren Reliquien in den Seitenaltären gezeigt werden; im 2. Joch: Allerheiligenbild und im 1. Joch, über der Orgel, ist die Stiftung des Klosters abgebildet; Markgraf Heinrich von Ursin-Ronsberg und seine beiden Söhne, die als Stifter Heiligenstatus genießen, bringen dem Hl. Benedikt das Modell der mittelalterlichen Klosterkirche dar. Alle Szenen "leben" von dem eindrucksvoll herausgearbeiteten Kontrast der dunkel gekleideten Heiligen und Engel zu dem in himmlischem Licht erstrahlenden Reich Gottes.
Während die Szenen der ersten sechs Bilder auf den Eintretenden ausgerichtet sind, muß sich der Kirchenbesucher umdrehen, um die beiden letzten Gemälde nicht auf dem Kopfe stehend wahrzunehmen. Dort, wo sich die Blickrichtung ändert, ist der ideale Standort innerhalb des Kirchenraumes. Von dem Gottvater-Bild nimmt nicht nur die Bildfolge der Deckengemälde ihren Ausgang, in diesem Gemälde findet zugleich das Bildthema des Hochaltars seinen Höhepunkt.
Wie im Hauptraum sind auch die Deckengemälde in den Abseiten von Fr.Magnus Remy. Die Gemälde unter den Emporen der Langhaus- und Chornordseite (links) versinnbildlichen die fünf Geheimnisse des Freudenreichen Rosenkranzes; jene unter den Emporen der Langhaus- und Chorsüdseite (rechts) die fünf Geheimnisse des Glorreichen Rosenkranzes. Unter den Querhausgängen Allegorien der theologischen Tugenden; in den Gewölben der Chorabseiten benediktinische Ordensheilige als Verehrer Mariae (links Bernhard von Clairvaux und Ildefons von Toledo, rechts Rupertus von Salzburg). In den Gewölben der Querhausseiten links Fulbert von Chartres, rechts Beda Venerabilis. In den Quertonnen über den Langhausemporen links (von Ost nach West) die Heiligen Meinrad von Einsiedeln und Johannes Damascenus, rechts (von Ost nach West) Hermann der Lahme von der Reichenau und Petrus Damiani. In die Emporenbrüstungen sind 16 breitformatige, flache Gemälde eingelassen mit Darstellungen aus der Benediktuslegende in malerischen Landschaften (um 1704).
Die Malereien an den Brüstungen der Chororatorien (vier Felder mit Putten, um 1730) werden Franz Anton Erler zugeschrieben.
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