MONSTRANZ

Unter den Vasa sacra Irsees nimmt die in Silber getriebene, vergoldete Strahlenmonstranz von Joseph Wolfgang Fesenmayr besonderen Rang ein; sie gehört zu dem »kostbaren Kirchen-Schatz«, für den Abt Willibald Grindl (nach Aussage der Leichpredigt) gesorgt hat. Im Zentrum der hochovalen, aus Strahlenkränzen zusammengesetzten Gloriole gläserner Behälter für die Hostie (Ostensorium); darüber Gottvater mit vollplastischer Weltkugel und Taube des Hl. Geistes; unter dem Ostensorium knieende Muttergottes mit Kind. Das filigrane Dekor - Engelsköpfchen, Wolken, silberne Reben mit blau emaillierten Trauben - weist in seiner Thematik auf die Feier der Eucharistie hin. Erfreulicherweise existiert noch die zum Schutz der 102 cm hohen, 47 cm breiten Monstranz gefertigte Originalschatulle.

Diese Monstranz ist nicht identisch mit der 1705 in einer Klosterchronik erwähnten, sondern kann aus stilistischen Gründen und wegen ihres Beschauzeichens (von amtlichen Prüfern in Gold- und Silberarbeiten eingeschlagenes Zeichen zur Bestätigung von Qualität und Feingehalt) erst gegen 1720 entstanden sein. Da zeitgenössische Nachrichten darauf hindeuten, daß die Monstranz von 1705 ebenfalls eine Arbeit Joseph Wolfgang Fesenmayrs war, dürfte das erhaltene Stück Gegenstand eines zweiten Auftrages gewesen sein. Eine ähnliche, aber ungleich reichere Monstranz fertigte Fesenmayr 1712 für das Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra in Augsburg.


Monstranz

Strahlenmonstranz (um 1720) von dem Augsburger Gold- und Silberschmied Joseph Wolfgang Fesenmayr.