Schulentwicklung

Die Grundschule Irsee ist eine kleine, überschaubare Schule, in der die Zusammenarbeit der Lehrkräfte als auch der Kontakt zu den Eltern recht unbürokratisch und zeitsparend möglich ist. Die Kinder und ihre Eltern sind fürs städtische Umfeld im Ostallgäu druchaus typisch – größtenteils sehr bildungsbewusst und engagiert.

Aus dieser Konstellation heraus ergibt sich für uns die Aufgabe, einerseits die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und andererseits eine Überforderung von Schülern und Schule zu vermeiden.


Unterrichtsentwicklung

1. Fördern und Fordern:

• Methoden der Erfassung des Leistungs- und Entwicklungsstandes der Kinder

• Geeignetes Lern- und Unterrichtsmaterial


2. Selbstständigkeit:

• projektorientierter Unterricht

• Lernen lernen

• Fehler als Lernanreiz

• offene Unterrichtsformen


3. Sozialen Kompetenz

• gemeinsam mit anderen arbeiten

• für andere arbeiten

• auch klassenübergreifend

• und jahrgangsübergreifend

• Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

 

Personalentwicklung

1.Zusammenarbeit:

• Teamarbeit in vertrauensvoller Atmosphäre

• Zusammenarbeit mit anderen Institutionen


2. Unterricht:

• Fortbildung, auch schulintern, auch schulartübergreifend

• Evaluation der Arbeitsergebnisse

 

Organisations-
entwicklung

1. Schulorganisation:

• Transparenz der Probleme und der Entscheidungen

• Mitbestimmung und Aufgabenverteilung


2. Ressourcennutzung:

• Stärken im Kollegium nutzen

• Entlastung durch Nutzung außerschulischer Ressourcen


3. Professionalisierung:

• angemessenes Verhältnis von Lehrerengagement und Nutzen für die Schüler

• Grenzen aufzeigen im Hinblick auf unangemessene Forderungen 


Schwerpunkte unserer Schulentwicklung - 2008 / 2009/2010

Unterrichtsqualität:
    Differenzierung und Individualisierung
Eine subjektive Bestandsaufnahme hat ergeben, dass eine differenzierte Aufgabenstellung  nach Schwierigkeitsgrad, nach individuellen Schülerinteressen einerseits von uns als  besonders erstrebenswert erachtet werden - andererseits genau diese mit erheblichem Zeitaufwand in der Vorbereitung verbunden sind.
Ziele

Besondere Aufmerksamkeit wollen wir deshalb auf sog. "offene Aufgaben" sowie die Beschaffung von Unterrichtsmaterialien richten, die sowohl für die Schüler effektiv als auch  für die Lehrkräfte ökonomisch im Einsatz sind.
Eine optimale Nutzung unserer wenigen Förderstunden zum Ausgleich von Defiziten bei leistungsschwachen Schülern.
Umsetzung
Durch gegenseitige Hospitation und deren Analyse in den wöchentlichen Team-Sitzungen wollen wir ebenfalls nach effektiven und ökonomischen Formen der Differenzierung im methodischen Ablauf des Unterrichts suchen.
Die Förderstunden sollen flexibel und jahrgangsübergreifend eingesetzt werden.

Soziale Kompetenz / Werteerziehung:
Auf andere Rücksicht nehmen steht immer schon im Mittelpunkt unseres gemeinsamen Bemühens um ein harmonisches Zusammenleben. Werteerziehung ist zentraler Inhalt der wöchentlichen Teamsitzungen aller Lehrkräfte im Schuljahr 2008/2009.
Zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 wurden die Wünsche und Bedürfnisse der Schüler im Hinblick auf emotionales Wohlbefinden und soziales Miteinander in der Klasse bzw. Schule mit Hilfe eines Fragebogens evaluiert.
Ziele
Es sollen sich möglichst alle Schüler wohl fühlen und eine positive Lernumgebung vorfinden. Sie sollen die Notwendigkeit von Rücksichtnahme erkennen und freundliches Benehmen einüben.
Umsetzung
"Soziales Lernen" wird von den Klassenlehrerinnen aktuell und individuell in Unterrichtseinheiten (Giraffensprache...), Klassenkonferenzen (Konflikte bei Pausenspielen...) sowie Einzelgespächen mit Schülern und Eltern angestrebt.
Zudem möchten wir uns den Umgangsformen zuwenden, die nicht schwierig sind, aber das Zusammenleben noch angenehmer machen, wie "Bitte", "Danke" und ein freundliches "Grüß Gott" am Morgen.
Da vor allem in der Mittagsbetreuung und beim Pausenspiel in der Turnhalle Konflikte aufgetreten sind, arbeiten wir zunächst mit den betroffenen Schülern:
- Probleme und Wünsche werden in einem "stummen Schreibgespräch" geäußert
- Anschließend dürfen die Kinder ihre Änderungswünsche nach Dringlichkeit "bepunkten"
   und persönliche Erfahrungen äußern
- Abschließend werden gemeinsam verbindliche Regeln für das Zusammenleben erarbeitet,
   die jetzt gut sichtbar in den Räumen positioniert sind.



Ressourcennutzung:
    Vernetzung mit Eltern, Freundeskreis und örtlichen Vereinen
Der 2008 neu gegründete "Freundeskreis Joser-Guggenmos-Grundschule Irsee e.V."  bemüht sich in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und dem Elternbeirat darum, Ressourcen zu nutzen, die bisher für die Schule nocht nicht verfügbar waren.
Ziele
Besondere Aufmerksamkeit wollen wir den örtlichen Vereinen und den neuen Mitgliedern des Fördervereins widmen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Ressourcen sondern um eine gegenseitige Unterstützung. So erwarten wir uns für den Unterricht einerseits eine weitere Ausschöpfung authentischer Begegnungen und möchten andererseits die Teilnahme der Kinder am Dorfleben auch außerhalb des Schullebens fördern.
Umsetzung
Mehrere Eltern sind zur Mitarbeit am Schulvormittag  bereit - so zur Beaufsichtigung von Teilen einer Klasse, während die anderen Kinder mit der Lehrkraft im Computerraum arbeiten, bei der Vorbereitung der wöchentlichen Rüben- Sprossen- und Bananentage sowie der Herstellung von Lernmitteln und beim Streichen von Kleinmöbeln.



Interne Evaluation:

Nachdem unsere letzte Befragung anlässlich der Gestaltung der home-page schon einige Jahre her ist, haben wir zum Schuljahresbeginn 2005/06 erneut Kinder und Eltern aus den Klassen 2 bis 4 gefragt, was sie an ihrer Schule gerne mögen und was so bleiben soll. Die Ergebnisse dieser Befragung bieten sowohl dem Elternbeirat, als auch den Lehrkräften und der Schulleitung wertvolle Imkpulse zur Weiterarbeit in den folgenden Schuljahren. Die Kinder der 4. Klasse haben dann im Mathematikunterricht mit großem Eifer folgende Diagramme zusammengestellt, die im Elternbrief veröffentlicht wurden und im Großformat in der Pausenhalle zu sehen sind.


Diagr Unterricht

Im Hinblick auf das Schulleben wurden außerdem folgende Schwerpunkte genannt.

Von den Kindern:
Name "Josef-Guggenmos-Grundschule", wir sind Dichterkinder, Lieder und Gedichte lernen, singen auf dem Biomarkt, Kindergarten und Schule sind nah beieinander,
Von den Eltern:
vielfältige Angebote von Arbeitsgemeinschaften, Vielseitigekeit der Schule (kulturell, ländlich, ökologisch) Instrumentalmusik, externe Auftritte z.B. Biomarkt. Die Kinder wünschen sich: Einen Teich, längere Kletterstangen, mehr wandern, rennen auf dem Pausenhof, eine größere Turnhalle, mehr Bücher und die Eltern: Interessante Ziele für den Wandertag


Im Hinblick auf den täglichen Unterricht wurden außerdem genannt:

Von den Kindern:
Buben/Mädchen-Sport, Pausenspiele, "so eine Klasse, wie wir", Pfarrer als Lehrer, in die Kirche gehen, nur Lehrerinnen, schönes Werken, Sonnenblumen zum ersten Schultag, viel lesen, Patenkinder im Kindergarten, raus gehen, selber was tun,
Von den Eltern:
wenig Unterrichtsausfall, Unterricht - bei dem viel gelernt wird, Unterricht - der Spaß macht, flexible Stundenplangestaltung, modernes und selbstständiges Lernen, Bibliothek, friedliches Auskommen, guter persönlicher Kontakt, engagierte Lehrerinnen, Eingehen auf Probleme der Kinder, kreatives Werken, Kunstbetrachtung, schneller Unterrichtsbeginn am Morgen, in Ruhe arbeiten können.


Externe Evaluation

Im Dezember 2005 bekamen wir Besuch eines Teams der "Externen Evaluation". Wir nahmen zu einem sehr frühen Zeitpunkt freiwillig an dieser Maßnahme zur Qualitätsüberprüfung und Qualitätssicherung teil. Gerade als kleine Schule sind wir bestrebt zu dokumentieren: "Es gibt uns – und das ist unsere Arbeit!" Auch im Hinblick auf die derzeitige Bildungspolitik möchten wir unseren Beitrag leisten – zu einer bewussteren Wertschätzung der positiven Rahmenbedingungen für Bildung und Erziehung in kleinen Schulen auf dem Land.

Die "externe Evaluation" war in der Vorbereitung und Durchführung für uns sehr aufwändig, aber auch interessant und aufschlussreich für unsere künfitige Schulentwicklung.