Leben – Grenzen überschreiten

Soll das Kind im Mittelpunkt stehen, mit seiner starken Bewegungsfreude und Fantasie, mit seinem Tatendrang und Wissensdurst, mit seiner Leistungsfähigkeit und ganz persönlichen Lebensgeschichte, so ist es notwendig, Grenzen zu überschreiten. Grenzen, an die wir uns gewöhnt haben, die für einen produktiven und harmonischen Vormittag aber geradezu hinderlich sind.

Zeit haben, Zeit nehmen, Zeit lassen

Individuelle Rhytmisierung: Den Gong gibt es nur noch am Anfang und zum Ende des Schultags und zum Pausenschluss. Dafür wechseln Konzentration und Entspannung nach Bedarf. Wer denkt schon im 45-Minuten-Takt.

Kombinierte Klassen: Die Kinder zweier Klassen werden gemeinsam unterrichtet. Sie lernen voneinander, regen sich gegenseitig an, helfen einander und werden selbstständig.

Blick über den Tellerrand: Oft arbeiten auch alle vier Klassen in Arbeitsgemeinschaften oder Projekten zusammen. Unsere Auftritte in der Öffentlichkeit stehen fast immer allen Kindern offen.

Raus gehen, Platz haben, Reinholen

Viel Platz kommt nicht nur dem Bewegungsdrang entgegen, sondern ist die Voraussetzung für das selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernen.

Offene Schultüre bedeutet "hinaushehen", um an authentischen Orten zu lernen, aber auch "hinaustragen", um das Gelernte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Globales Lernen bedeutet im Kreise der Unesco-Projektschulen immer auch den Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 21 – hier und anderswo.

Lernen – projekt- und handlungsorientiert

Moderene Unterrichtsmethoden wie Freiarbeit, lernen am Computer, Stationstraining, kreatives Schreiben usw. sind bei uns selbstverständlich. Besonders am Herzen liegt uns aber auch die größtmögliche Selbstständigkeit der Kinder in einem handlungs- und projektorientierten Unterricht nach dem Motto:

 

Komm, wir machen was!

Die selbstorganisierte Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand dauert gelegentlich etwas länger, ist aber umso nachhaltiger. Es dürfen eigene Lösungswege gesucht und Irrwege analysiert werden. Oft entsteht dabei ein konkretes Werk, auf das die Kinder stolz sind.

Mit anderen lernen macht Spaß und bringt Erfolge. In Partner- und Gruppenarbeit sowie durch viel Selbstbestimmung und Mitbestimmung im Unterricht und in den Pausen wird die Sozialkompetenz gestärkt.

Menschenrecht "Teilhabe aller": Selbsttätigkeit setzt voraus, dass das Lernangebot zum Kind passt. Durch gezielte Leistungsmessung und Analyse können die Kinder das Niveau finden, das ihnen aktives und auch erfolgreiches Lernen erst möglich macht.

Lachen tut gut

Sicherlich gibt es auch bei uns nicht immer "was zu lachen", aber doch (hoffentlich) recht oft. Eine weitgehend wohlwollende, harmonische Atmosphäre unter Achtung der Persönlichkeit des Einzelnen ist nicht nur förderlich für den Lernzuwachs, sondern auch ein elementares Recht der Kinder und der Lehrkräfte.

Damit nicht nur wir was zu lachen haben, bemühen wir uns auch darum, dass es den Kindern in unseren Partnerschulen gut geht. Auch durch den Verkauf von fair erzeugten Produkten in unserer Schulfirma "Fenster zur Welt" tragen wir dazu bei, dass Kinder in ärmeren Ländern hoffentlich auch etws mehr zu lachen haben.

 

Was zu lachen?

Theater – Tanz – Musik: Gelegenheit dazu gab es in den vergangenen Jahren genug in den jahrgangsgemischten Arbeitsgemeinschaften "Orff, Flöten, Sport mit Fantasie und Schulspiel" sowie den sich daraus ergebenden Aufführungen.

Feste feiern meist alle Kinder unserer Schule gemeinsam – manchmal mit und manchmal ohne Eltern. Neben dem Jahreskreis und Ereignisse im Dorfleben bietet auch der Abschluss von Projekten Anlass zum Feiern, z. B. durch ein Kartoffelfest oder eine Ausstellungseröffnung.

Fantasie: Ob in der "Schule der Phantasie" am Nachmittag mit "echten" Künstlerinnen oder im regulären Unterrichtsgeschehen – im Schulhaus ist viel Platz für ständig wechselne, lustige Gestalten – damit auch die Augen was zu lachen haben".