Das Kloster Irsee vor dem 30-jährigen Krieg mit dem spätmittelalterlichen Gebäudebestand, nach dem Kupferstich "Monasteriologia" aus dem Jahre 1619.

Die Neuzeit bringt allerorten Unruhe ins religiöse und soziale Leben. Im Bauernaufstand 1525 wollen sich die Bauern von den Frondiensten, Zehenten und Leibeigenschaften befreien. Auch die Untertanen des Irseer Klosterlandes erheben sich gegen ihren Grundherrn. Wütend ziehen sie, mit Sensen und Dreschflegeln bewaffnet, zum Kloster Irsee und plündern und zerstören es. Der Konvent flüchtet in den Klosterhof nach Kaufbeuren. Am 18. Mai 1525 setzen die Bauern den roten Hahn aufs Klosterdach. Mit dieser Einäscherung endeten die Drangsale. Das Kloster erstellte einen Notbau – der eigentliche Klosterbau zog sich jahrelang hin. Der Dreißigjährige Krieg brachte neues Unheil. Die Abtei Irsee wurde fünfmal von schwedischen Truppen verwüstet, obendrein noch von kaiserlichen Kroaten und danach von französischen Truppen geplündert. Lange Zeit war das Kloster so arm, dass es nur etwa ein halbes Dutzend Mönche aufnehmen konnte. Auch das Dorf leidet unsäglich. Im Gefolge des Krieges holt schließlich die Pest ihre Opfer aus jedem Haus.