Der Irseer Kulturpreis

Irseer Kulturpreis: Das Schriftband aus erhabenen Buchstaben mit der Widmung "Für die Verdienste um die Kultur des Marktes Irsee" umspielt auf der Vorderseite das eingelassene Wappen der Marktgemeinde.

Der Preis besteht aus einer 69 Gramm schweren Medaille aus feinstem Sterling Silber. Als Form wurde das Quadrat gewählt, das der "Fallhammerpresse" des Irseer Graveurs → Klaus Walter glücklich entkommen ist.

Verpackt ist das edle Unikat in ein von der Irseer Meister-Schreinerei  → Andreas Angerer gefertigtes Holz-Etui. Es wurde aus dem Reststück einer 300 Jahre alten Treppenstufe des benediktinischen Konventgebäudes in zwei Teilen pasgenau gefräst, wobei das Material vom → Schwäbischen Bildungszentrum zur Verfügung gestellt wurde.

Die Schatulle innen in leuchtend rotem Filz ausgeschlagen hat  Anja Fiedler, die in Irsee eine "Werkstatt für vitale Raumkonzepte" betreibt.

Roland Götz ist der erste Preisträger des Irseer Kulturpreises. Er wurde ihm während des Konzerts "Der Schwanengesang des Meinrad Spieß" im Juni 2019 in der Irseer Klosterkirche verliehen.

 

Roland Götz (Jahrgang 1939), Spezialist für Tastenmusik von der Gotik bis in die galante Zeit, hat seine ganze Liebe und Leidenschaft der Irseer Klostermusik des Pater Gregor Stemmele, eines Abtes Carolus Andreae und des Priors Meinrad Spieß geschenkt. Höhepunkt war sein Wirken zugunsten der fast in Vergessenheit geratenen Irseer Klostermusik der Renaissance. Neun von ihm → editierte Notenhefte, die zugleich kostenlos im Internet zugänglich sind, umfassen den Inhalt der Irseer Chorbücher von 1614 und die Irseer Orgeltabulatur von 1590.

Die Leistungen von Roland Götz für die Hörbarmachung von Irsees musikalischem Erbe und sein jahrzehntelanges Engagement zugunsten einer lebendigen Aufführungspraxis derselben stellen eine absolut außergewöhnliche Lebensleistung dar. Wenn man es zusammenfasst hat die Irsee-Begeisterung von Roland Götz der Marktgemeinde bis heute 286 Konzerte beschert – darunter 110 Projekte seines studios XVII augsburg und insgesamt sieben CD-Einspielungen in Kloster und Kirche.

v.l.n.r. Inge Lechner (3. Bürgermeisterin), Andreas Lieb (1. Bürgermeister), Kulturpreisträger Roland Götz, Hartmut Bauer (Gemeinderat und Initiator des Preises), Dr. Stefan Raueiser (Leiter des Schwäbischen Bildungszentrums und Laudator) bei der Preisverleihung in der Klosterkirche.

Der Kulturpreis zeichnet Personen und Gruppen aus, die sich in besonderem Maße um das kulturelle Leben des Marktes Irsee verdient gemacht haben. Er wird ca. alle drei Jahre an eine einzelne natürliche oder juristische Person bzw. Gruppe verliehen. Der Preis ist undotiert. Der Preisträger wird durch eine Urkunde (s.o.) und eine Medaile geehrt.

 

Die Möglichkeit, Personen und Gruppen für den Kulturpreis vorzuschlagen, wird im → Gemeindeblatt des Marktes Irsee zu Beginn des Vergabejahres bekannt gegeben. Die Frist zur Benennung von Vorschlägen beträgt vier Wochen. Der Gemeinderat wählt aus den eingereichten Vorschlägen den möglichen Preisträger in nichtöffentlicher Sitzung aus. Der Preisträger wird in öffentlicher Sitzung vom Gemeinderat mit einfacher Mehrheit bestimmt.